Notfallsanitäter-Azubis und Polizei trainieren besondere Einsatzlagen

BAD SOBERNHEIM. Laute Schussgeräusche, eine große Anzahl Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst sowie täuschend echt aussehende Verletzte, die um Hilfe riefen – so sah das Szenario am vergangenen Wochenende auf dem ehemaligen Kasernengelände auf dem Dörndich bei Bad Sobernheim aus. Grund für das Großaufgebot an Einsatzkräften war die Abschlussübung der Auszubildenden des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe als…


BAD SOBERNHEIM. Laute Schussgeräusche, eine große Anzahl Einsatzfahrzeuge von Polizei und Rettungsdienst sowie täuschend echt aussehende Verletzte, die um Hilfe riefen – so sah das Szenario am vergangenen Wochenende auf dem ehemaligen Kasernengelände auf dem Dörndich bei Bad Sobernheim aus. Grund für das Großaufgebot an Einsatzkräften war die Abschlussübung der Auszubildenden des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe als Teil der Notfallsanitäterausbildung.

Inhaltlich ging es bei der Übung um das Training von sogenannten “Lebensbedrohlichen Einsatzlagen”. Hierzu zählen Terror- und Amoklagen ebenso, wie Einsätze mit bewaffneten Tätern oder nach Gewalttaten. Insbesondere die Zusammenarbeit mit den Polizeikräften stand im Fokus des Trainingstages. Um dies so realistisch wie möglich zu üben, beteiligte sich auch die Bundespolizei mit Einsatzkräften der Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit, sowie Einsatztrainer der Polizei Rheinland-Pfalz an dem Praxistag.

Die rund 130 Übungsbeteiligten von Polizei und Rettungsdienst trainierten bei heißen Temperaturen gleich zwei Szenarien: Im ersten Durchgang trafen die Auszubildenden auf eine Einsatzlage, bei der ein Attentat auf eine Party verübt wurde, welches zahlreiche Schwerverletzte forderte. Im zweiten Szenario wurde angenommen, dass eine Person mit einem Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren ist. Zusätzlich tarnte sich ein zweiter Täter als Patient und griff die Einsatzkräfte zu einem späteren Zeitpunkt an.

Bei beiden Szenarien kam es auf Eigenschutz, schnelle und zielgerichtete Versorgung der Verletzten sowie die klare Kommunikation mit den Einsatzkräften der Polizei an, welche die Einsatzlagen sicherten und Sicherheit für die Rettungskräfte herstellten, bevor diese mit der Behandlung der Patienten beginnen konnten. Aufgrund der Einsatzlage sahen sich die Auszubildenden mit der Aufgabe konfrontiert, viele Schwerverletzte gleichzeitig versorgen zu müssen. Um den Stress für die Übungsbeteiligten zu erhöhen, legten die Praxisanleiter und Übungsplaner besonders viel Wert auf realistische Einsatzumgebung. So fielen mehrfach Schüsse aus Übungswaffen mit Platzpatronen oder es kam zu unvorhergesehenen Explosionen.

“Die Abschlussübung verlangt unseren Auszubildenden viel ab. Einerseits kommt es auf das Management der gesamten Einsatzlage an und andererseits müssen sie unter Zeitdruck und komplexen Bedingungen Notfalltechniken durchführen. Wenn dann noch Schüsse fallen und die Verletzten täuschend echt aussehen, sorgt das schon für sehr realistischen Stress.” fasst Philipp Köhler, Sprecher des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe die Herausforderungen zusammen.

Der Trainingstag zeigte, dass eine zielgerichtete und klare Kommunikation zwischen Polizei und Rettungsdienst in solchen Lagen lebensrettend ist. 

“Wir sind mit dem Tag und der Zusammenarbeit mit den Auszubildenden des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe sehr zufrieden. Nur wenn man solche seltenen Einsatzlagen realitätsnah trainiert und so die Chance hat, das zu erleben, kann man in echten Einsätzen auch professionell agieren. Was die Auszubildenden zum Notfallsanitäter in der Versorgung der Verletzten geleistet haben, ist schon bemerkenswert.” lobt Michael Bachmann von der Bundespolizei die Zusammenarbeit am Trainingstag.

Die leitende Praxisanleiterin des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe, Tahia Thran zeigt sich am Ende des Tages durchaus zufrieden: “Unser Auszubildenden haben hart trainiert und sicher viele Erfahrungen sammeln können. Gerade für solch komplexe und nicht alltäglichen Einsatzlagen kommt es darauf an, Wissen und Leistung direkt abrufen zu können. Genau das haben die Auszubildenden sehr gut gemeistert. Grundsätzlich sollten solche Lagen jedoch noch öfter trainiert werden.”

Damit die Verletztendarsteller so echt wie möglich aussahen, wurden diese von den Profis der Notfalldarstellung des DRK-Kreisverbandes Bad Kreuznach e.V. entsprechend präpariert und geschminkt.