Wachenfortbildung: Moderne Notfallmedizin, Teamwork und Patientensicherheit im Fokus

Moderne Notfallmedizin lebt von Teamarbeit, Kommunikation und sicheren Entscheidungen. Im Rahmen der zertifizierten Wachenfortbildung trainierten die Teilnehmenden invasive Notfalltechniken, Resuscitation Leading und Human Factors in realitätsnahen Szenarien – für mehr Handlungssicherheit und eine noch bessere Patientenversorgung.


Moderne Notfallmedizin lebt von Teamarbeit, Kommunikation und sicheren Entscheidungen. Im Rahmen der zertifizierten Wachenfortbildung trainierten die Teilnehmenden invasive Notfalltechniken, Resuscitation Leading und Human Factors in realitätsnahen Szenarien – für mehr Handlungssicherheit und eine noch bessere Patientenversorgung.

Moderne präklinische Notfallmedizin stellt Rettungsfachpersonal täglich vor komplexe Herausforderungen. Neben fundiertem medizinischem Fachwissen sind insbesondere strukturiertes Handeln, sichere Entscheidungsfindung unter Zeitdruck sowie eine effektive Zusammenarbeit im Team entscheidend für den Behandlungserfolg. Aus diesem Grund stand die diesjährige Wachenfortbildung der DRK-Rettungswache Birkenfeld ganz im Zeichen moderner Reanimationsführung, invasiver Notfallmaßnahmen und realitätsnaher Simulationen.

Ein zentraler Bestandteil der Fortbildung war das Konzept des Resuscitation Leading. Dabei übernimmt eine definierte Führungsperson die Koordination der Reanimationsmaßnahmen, priorisiert diagnostische und therapeutische Entscheidungen, verteilt Aufgaben innerhalb des Teams und behält die Behandlungsziele kontinuierlich im Blick. Eine klare Führungsstruktur verbessert die Kommunikation, reduziert Fehlerquellen und ermöglicht eine effiziente Versorgung auch in hochdynamischen Einsatzsituationen.

Ebenso wurde deutlich, dass technische Fertigkeiten allein nicht ausreichen. Erst die Kombination aus medizinischen Skills, klaren Rollen, gemeinsamen mentalen Modellen sowie den Prinzipien der Human Factors und des Crew Resource Management schafft die Grundlage für eine sichere und qualitativ hochwertige Patientenversorgung. Deshalb wurden theoretische Inhalte konsequent mit praktischen Übungen und Simulationen verknüpft.

Im Rahmen der Fortbildung trainierten die Teilnehmenden unter anderem folgende Inhalte:

  • Versorgung lebensbedrohlicher Extremitäten- und junktionaler Blutungen nach dem Prinzip Stop the Bleed
  • Atemwegsmanagement mit dem SALAD-Manöver bis hin zur chirurgischen Koniotomie
  • Nadeldekompression und Mini-Thorakotomie bei thorakalen Notfällen
  • Präklinischer Point-of-Care-Ultraschall (pPOCUS) mit Fokus auf die aktuellen Empfehlungen der ERC-Leitlinie 2025
  • Präklinische Anwendung des invasiven Arterienmonitorings
  • Optimierung der Reanimation durch Pit Stop CPR sowie Strategien beim therapierefraktären Kammerflimmern, einschließlich Vector Change und VF2-Strategien

Den Abschluss der in Eigenregie organisierten Fortbildung, bildeten anspruchsvolle Szenariotrainings, in denen alle erlernten Inhalte unter realitätsnahen Bedingungen zusammengeführt wurden. Dabei standen nicht nur die korrekte Durchführung einzelner Maßnahmen, sondern vor allem Teamkommunikation, Führungsverhalten, Prioritätensetzung und Entscheidungsfindung im Mittelpunkt. Die Simulationen boten den Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Wissen unmittelbar anzuwenden, Abläufe zu reflektieren und gemeinsam zu optimieren.

Ein besonderes Qualitätsmerkmal dieser Fortbildung war ihre Zertifizierung durch die FRRP sowie das American College of Surgeons. Damit erfüllt das Ausbildungsformat internationale Qualitätsstandards und unterstreicht den hohen fachlichen Anspruch der vermittelten Inhalte.

Das durchweg positive Feedback aller Teilnehmenden und Instruktoren zeigte eindrucksvoll den Mehrwert einer praxisnahen und interprofessionellen Fortbildung. Neben der fachlichen Weiterentwicklung stärkte die Veranstaltung auch den Teamgedanken und den organisationsübergreifenden Austausch. Der Wunsch nach einer regelmäßigen und langfristigen Etablierung dieses Fortbildungsformats wurde von vielen Teilnehmenden ausdrücklich geäußert.

Den gelungenen Abschluss der Veranstaltung bildete ein gemeinsamer Grillabend. In entspannter Atmosphäre bot sich die Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu vertiefen und den erfolgreichen Fortbildungstag gemeinsam ausklingen zu lassen.

Das Team der Wache Birkefeld war sich absolut einig: Exzellente Notfallmedizin entsteht dort, wo medizinische Kompetenz, moderne Ausbildung, strukturierte Führung und gelebtes Teamwork zusammenkommen – immer mit dem gemeinsamen Ziel, die Patientensicherheit nachhaltig zu verbessern.